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Alles neu mit ITIL 4? – Teil 2

Im zweiten Teil beleuchten wir, für wen und warum sich der Umstieg auf ITIL® 4 lohnt – und für wen nicht.

Lohnt sich der Umstieg auf ITIL 4?
Für alle die mit ITIL® V3 arbeiten und aktuell noch keinen agilen Ansatz verfolgen, wird sich der Umstieg weniger lohnen. Nicht ohne Grund geben selbst die Autoren von ITIL 4 an, das ITIL V3 weiterhin seine Gültigkeit behält. Viele Unternehmen brauchen klar strukturierte Prozesse, welche nur in ITIL V3 umfassend beschrieben werden. Wer sein Unternehmen allerdings gezielt in agile Strukturen überführen möchte, der sollte ITIL 4 nicht außer Acht lassen.

Zur Anwendung könnte so auch ein hybrides Modell kommen. Abteilungen und Projekte mit einer gewissen Historie halten an „klar strukturierten Prozessen“ fest und leben weiterhin mit ITIL V3. Neuere Abteilungen, welche bereits einen agilen Ansatz haben, nutzen schon die Vorteile von ITIL 4. Dies erhöht die Akzeptanz insbesondere bei denjenigen, die in den vergangenen Jahren mit viel Aufwand und Engagement gerade erst ihre Prozesse Richtung ITIL V3 umgestellt haben und nun schon wieder vieles ändern müssten. Das dieses hybride Modell funktioniert, konnten wir bereits in einem unseren Kundenprojekte beobachten.

Mein Kollege Mario Munzig hat mit dem hybriden Ansatz schon Erfahrungen gesammelt. Er sagt, „dass man beobachten kann, dass einzelne Projekte oder Teams im Hinblick auf die ITIL-Umsetzung und -Version schon deutlich weiter vorangeschritten sind (ITIL4) als andere. Diese Inhomogenität wird aber überhaupt nicht als Nachteil oder störend empfunden. Im Gegenteil: jeder scheint sich die Aspekte aus dem ITIL-Portfolio herauszugreifen, die jeweils am sinnvollsten und hilfreichsten sind. Und das ist ja auch die Idee von ITIL als Best Practice Guideline.“

Wichtig ist, dass alle in der Organisation am „gleichen Strang“ ziehen. Sollte die Geschäftsführung oder aber der Mitarbeiter nichts mit den Practices zu tun haben wollen, so wird das komplette Framework nicht sinnvoll anwendbar sein.

ITIL bei der profi.com
Wir bei der profi.com AG stellen uns immer individuell auf die Projektanforderungen unserer Kunden ein. Neben der Weiterentwicklung von einigen erfahrenen Kollegen geben wir unser Wissen zu den ITIL-Methodiken im Rahmen unseres Traineeprogramms schon jetzt an unsere künftigen IT-Consultants weiter, damit diese für die Projektwelt vorbereitet sind. Wir sind davon überzeugt, das ITIL neben den weiteren Frameworks wie PRINCE 2 oder SCRUM ein wichtiges Werkzeug für eine geordnete Servicemanagement- und Projektmanagementstrategie darstellt, welche gegebenenfalls sogar kombiniert werden können. Eine breite Aufstellung an Methodiken - individuell abgestimmt auf unsere Kunden - ist uns sehr wichtig.

Auch wir sehen aktuell keinerlei Widersprüche zwischen ITIL 4 und dem DevSecOps-Gedanken. Denn das Framework geht, wie bereits erwähnt, entschiedener auf diese neue Welt ein. ITIL 4 stellt die Wertschöpfung in den Mittelpunkt und sieht Practices und Services nur als Mittel zum Zweck. Aber: Agilität benötigt eine gewisse Steuerung, denn sonst könnte sich schnell Chaos in den Projekten entwickeln, da unterschiedliche Unternehmensbereiche unkoordiniert in verschiedene Richtungen steuern.

Fazit meinerseits
Die Schulung war für mich ein voller Erfolg. Ich arbeite derzeit für ein Kundenprojekt im Enterprise-Umfeld, in welchem klare ITIL-Prozesse gelebt werden und der Umstieg auf agile Wege tagesaktuell im Gespräch ist. Man sieht plötzlich, was falsch läuft und wie es richtig sein könnte. Zudem wird durch das Wertschöpfungsmodell nochmal klargestellt, dass jede angewandte Praktik immer das Ziel verfolgen muss, das gewünschte Ergebnis des Kunden zu erfüllen. Ein nicht erfülltes Ergebnis des Kunden wird zwangsläufig immer zu Differenzen zwischen Kunde und Dienstleister führen.

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Autor

Sven PetschullTeamleiter IT-Betrieb
Sven Petschull