Qualitätssicherung

Auf die leichte Art: SOAP UI / HPE ALM-Integration

profi.com-Consultant Tobias Auerswald zeigt in seinem Video eine einfache Lösung, um Testergebnisse von SOAP UI in HPE ALM zu dokumentieren.

Oft gibt es in IT-Projekten die Herausforderung, SOA-Schnittstellen in verschiedenen Teststufen zu testen. Das diese Tests wichtig sind steht außer Frage, denn SOA-Schnittstellen oder Webservices stellen meist das Rückgrat von IT-Landschaften in Unternehmen dar. Eines der meist verwendeten funktionalen API-Testtools ist SOAP UI von Smartbear.

Es ist eine Herausforderung, die ermittelten Testergebnisse über einen längeren Zeitraum auswertbar und transparent zu machen. Mit SOAP UI-eigenen Bordmitteln ist dies nicht möglich.

Um das zu bewerkstelligen, muss auf ein Testmanagementtool zurückgegriffen werden. Je nach Anforderung fällt die Wahl z.B. auf das Tool ALM von Hewlett Packard Enterprise. Zwischen den beiden Tool‘s gibt es jedoch keine standardisierte Schnittstelle, um Testergebnisse von SOAP UI in ALM zu dokumentieren.

Tobias stellt Ihnen anhand des folgenden Beispiels einen Lösungsansatz vor, mit dem es möglich ist, Testergebnisse automatisch im HPE ALM dokumentieren zu lassen. Dies kann auf die jeweiligen Testprozesse individuell angepasst werden.


Das Video finden Sie hier: https://youtu.be/C3PgDsgx7Ow

Eine kurze Beschreibung des Testszenarios
In SOAP UI existiert ein Testprojekt mit ein oder mehreren Testfällen. In diesem Beispiel eines Webservice werden durch Eingabe einer Bankleitzahl (BLZ) Informationen zu der dahinterstehenden Bank ermittelt. Der Webservice ist so implementiert, dass als Request eine Bankleitzahl in SOAP UI abgesendet und ein Response mit Banknamen, BIC, Ort und PLZ zurückgeliefert wird. Mit Prüfkriterien wird der Erfolg eines Testfalles ermittelt. Die Prüfung des Testergebnisses findet in SOAP UI statt.


Der SOAP UI Testfall

HPE Application Lifecycle Management (ALM)
Analog dem Test in SOAP UI gibt es in ALM einen Testfall, der die Testparameter beschreibt. Neben der Testfallbeschreibung können auch Anforderungen mit dem Testfall verknüpft werden.


Der ALM-Testfall

Der Testfall wird anschließen in den Testplan gezogen. Damit wird ein Testset angelegt, dies kann z.B. verschiedenen Releases zugeordnet werden um später das Reporting zu erleichtern. Verbunden mit dem erstelltem Testset hat ALM eine eindeutige ID generiert, diese wird für die Verknüpfung zwischen SOAP UI und ALM benötigt.


Das HPE ALM-Testset

Transfer von SOAP UI nach ALM
Zwischen den beiden Tools gibt es keine definierte Schnittstelle. Um dennoch eine Verbindung herzustellen ist in SOAP UI ein Groovy Script implementiert, welches die gewonnenen Testdaten mittels ALM REST-Schnittstelle in das ALM überträgt. In SOAP UI ist ein zweites dediziertes Projekt vorhanden, in dem die ALM REST-Schnittelle integriert ist. Die Steuerung und die Durchführung erfolgt vollständig in SOAP UI.


SOAP UI / ALM Rest-Schnittstellen

Ein Script holt die Testergebnisse aus dem Testprojekt (BLZ-Service) und übergibt diese an das zweite dedizierte Projekt. Die ALM IP-Adresse, Benutzername, Passwort etc. sind in dem SOAP UI-Projekt gespeichert. Damit das Script die Testergebnisse im richtigen Testset ablegen kann, ist es notwendig, die Testset-ID in SOAP UI zu speichern.


SOAP UI-Testcase-Konfiguration

Je nach Konfiguration erfolgt der Trigger über den Start der Testdokumentation mit dem Ausführen des Testfalles im ersten Projekt.


Das HPE ALM Test Lab

Da in SOAP UI ermittelt wird ob der Testfall positiv oder negativ ist, ist es optional möglich, automatisierte Defekthülsen erstellen zulassen. Bevor ein Defekt erstellt wird, wird geprüft ob der gleiche Fehler schon dokumentiert ist. Dabei kann aus einer Vielzahl von Kriterien entschieden werden, ob ein Defekt wirklich neu angelegt wird. Ist ein Defekt automatisiert erstellt, ist es zwingend notwendig diesen von einem Tester, Testanalysten o. ä. prüfen und bearbeiten zu lassen.


In HPE ALM wird der Fehler geprüft ujnd bearbeitet

Fazit
Mit dieser Lösung ist es möglich, innerhalb kurzer Zeit eine hohe Anzahl an Testergebnissen in HPE ALM abzulegen. Für die Einrichtung und Konfiguration ist ein höherer Zeitaufwand notwendig. Dem gegenüber steht ein geringerer Aufwand bei der Testdokumentation. Gerade bei regelmäßiger Ausführung der Tests, z.B. im Rahmen eines CI-Prozesses, lohnt sich die Integration, da im zentralen Reporting immer die aktuellsten Testergebnisse ohne manuelle Nacharbeiten vorliegen.

Autor

Tobias Auerswald IT-Consultant
Tobias Auerswald