Veranstaltung

Blockchain ganz praktisch ausprobiert

Copyright: Alex Ebeling

In Dresden trafen sich am 1. März 2017 zirka 30 Teilnehmer zum ersten "Blockchain Hands-on", um gemeinsam im Rahmen eines Workshops Praxisluft an der neuartigen "Datenbank" zu schnuppern.

In den Räumlichkeiten der Impact Hub Dresden, welche uns sogar schon vor der offiziellen Eröffnung die Pforten öffnete, leitete Johannes Pfeffer von Consensys, einem Startup mit Schwerpunk Ethereum aus New York, kurzweilig durch den Abend.

Nach der obligatorischen Kennenlern-Runde wurden die Skills der Teilnehmer und die Ziele des Abends abgesteckt. Jeder sollte mit Ethereum, welches auf einer öffentlichen Blockchain basiert, interagiert haben und einen ersten Smart Contract geschrieben und deployed haben.

Notwendig dafür war natürlich erst einmal die Einrichtung verschiedener Accounts und Google Chrome-Extensions. Die Teilnehmer fanden sich in kleinen Gruppen zusammen - ein gutes Mischungsverhältnis war hierbei wichtig, da sowohl programmierunerfahrene Charaktere dabei waren als auch solche, die bereits erste Erfahrungen in der aus meiner Sicht zukunftsweisenden Technologie gesammelt hatten.

Smart Contract deployen oder doch lieber das Bier bezahlen?
Nachdem Johannes jedem 0,1 Ether (derzeit etwa 1,50 USD) auf seinen Account geladen hatte, konnten nun mit der Online IDE Remix (http://remix.ethereum.org) die Smart Contracts in der Sprache Solidity geschrieben werden. Die Ether sind notwendig, um die Smart Contracts dann auch in die Ethereum-Blockchain zu deployen, denn jede Transaktion kostet je nach Größe und Art unterschiedlich viel „Gas“ – so wird das interne Pricing für Transaktionen genannt. Wer hierzu mehr erfahren möchte, wird hier fündig. Es wurde aber jedem freigestellt, ob er wirklich einen Smart Contract deployen will oder einfach mit den 0,1 Ether sein Bier bezahlen möchte ;-)

Eine neue Sprache lernen
Los ging es dann natürlich, wie meist beim Einstieg in eine Programmiersprache, mit dem typischen "Hello World"-Prinzip, um ein erstes Grundverständnis und gleichzeitig auch ein motivierendes Ergebnis zu erzielen. Hilfreich waren hierbei verschiedene Tutorials von Karl Floersch - "Learning Solidity Part 1: Contract Dev with MetaMask" und "Learning Solidity Part 2: Commit-Reveal Voting". Letzteres konnten wir dann auch noch ausprobieren - so wurde ein Smart Contract aufgesetzt, welcher ein Votingsystem beinhaltete, welches einen festgelegten Zeitraum für die Stimmabgabe und im Anschluss eine Auswertungsmöglichkeit für die abgegebenen Stimmen hatte. Das war dann schon sehr komplex, aber gleichzeitig äußerst interessant.

Nach einstimmiger Meinung aller Teilnehmer sollen unbedingt weitere Workshops immer genau eine Woche vor dem Dresdner Blockchain-Meetup stattfinden. Ideen dafür gab es genug, denn das war ja erst der Anfang! Ich freue mich schon sehr darauf. Insbesondere bin ich gespannt, wie die Smart Contracts nun in ein benutzerfreundliches Frontend gepackt werden und verschiedene Business-Logiken darum entstehen können.

Ich bleibe auf jeden Fall am Ball und kann es kaum erwarten, bald wieder in die Tasten zu hauen.

Autor

Tobias Richter Associate IT-Consultant
Tobias Richter