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Die DSC Volleyball Damen sind Deutscher Meister 2015

DSC-Scout und profi.com-Praktikant Till Müller blickt auf eine ereignisreiche Saison mit Rekorden und Siegen gegen Mannschaften mit großen Namen zurück.

Mittwoch, 29. April 2015, 22:03 Uhr in der Dresdner Margon Arena. Längst hält es keinen der 3000 Zuschauer mehr auf den Sitzen. Am Ende bringt Shanice Marcelle den Ball in der Stuttgarter Feldhälfte auf den Boden und sorgt somit für den 3:2-Sieg (28:26, 17:25, 23:25, 27:25, 15:12). Es bilden sich Jubeltrauben auf und neben dem Spielfeld – die DSC Frauen sind Deutscher Meister 2015 und feiern somit die erste Titelverteidigung der Vereinsgeschichte. Mit diesem letzten Spiel gegen Allianz MTV Stuttgart endet die Saison mit demselben Gegner, mit dem sie am 22. Oktober eröffnet wurde.

Meine Festplatte läuft fast über
Im September 2014 beginnt die letzte Phase der Saisonvorbereitung mit den ersten Testspielen, die Festplatte auf meinem Laptop ist zu diesem Zeitpunkt nahezu leer. Das sollte sich allerdings schnell ändern, denn 40 Spiele in Bundesliga, Champions League und Pokal innerhalb von 189 Tagen sorgen für eine Menge Datenmaterial. Am Ende sammeln sich weit über 500 Gigabyte an Videos, Spieldateien, Vorbereitungs-PDF’s und Excel-Tabellen an. Dieses geballte Wissen hat auch einen kleinen Anteil an der so erfolgreich verlaufenen Saison. In der Bundesliga bleiben wir in 22 Hauptrundenspielen 21 Mal ungeschlagen – absoluter Rekord. Unsere einzige Saisonniederlage kassieren wir am letzten Spieltag zu Hause im fünften Satz mit 13:15 gegen den Schweriner SC. Zu diesem Zeitpunkt war uns der erste Tabellenplatz allerdings bereits sicher, zudem hatten wir drei Tage zuvor unser letztes Champions League Spiel der Saison in Istanbul bestritten.

Ein langer Tag am Flughafen
Die Reise an den Bosporus werde ich so schnell nicht vergessen. Mit der Vorfreude auf Sonne und sommerliche Temperaturen landeten wir in der Türkei. Der erste Blick aus dem Flugzeugfenster: Schneegestöber. Nichts mit Sommer und 20°C – kein Problem, wir waren ja hauptsächlich zum Volleyball spielen angereist. Nach einem hart umkämpften Spiel und einem sensationellen 3:2-Sieg über das Starensemble von Fenerbahce Istanbul war für den Folgetag in den Morgenstunden die Rückreise nach Dresden geplant. Wegen dem „starken Schneechaos“ (so viel war es gar nicht - in Istanbul kennt man Schnee scheinbar nur vom Hörensagen) wurde ein Großteil der Flüge gestrichen, auch unserer war dabei. Nachdem wir den ganzen Tag auf dem Flughafen verbracht hatten und ständig die Ungewissheit ob der neue gefundene Flug auch wirklich starten würde vorhanden war, flogen wir dann am Abend via München nach Dresden. Das Abenteuer Champions League endete für uns also genauso, wie es begonnen hatte – mit einem Sieg gegen eine der besten Mannschaften der Welt. Am ersten Spieltag der Gruppenphase konnten wir vor heimischer Kulisse das russische Topteam von Dinamo Moskau vollkommen unerwartet mit 3:2 schlagen.

Spannung bis zum letzten Punkt
In den Play-Offs der Bundesliga besiegten wir im Viertelfinale die Roten Raben aus Vilsbiburg und nahmen somit Revanche für das Aus im Pokalwettbewerb. Die Spielvorbereitung auf das folgende Halbfinale ist für mich am besten mit dem Wort „Horror“ zu beschreiben. Bis zum letzten Spiel des Viertelfinals waren noch drei Mannschaften im Rennen, die unser nächster Gegner hätten werden können. In diesem Fall heißt es für mich, drei Mannschaften parallel vorzubereiten, einige Nachtschichten zu schieben und dabei das Wissen auszublenden, dass am Ende 2/3 der Arbeit umsonst gewesen sein werden. Schlussendlich trafen wir auf den VC Wiesbaden, den wir im dritten und entscheidenden Spiel zu Hause mit 3:0 besiegen konnten und somit zum fünften Mal in Folge in das Meisterschaftsfinale einzogen. Die Mission Titelverteidigung war zum Greifen nahe, nur die Mannschaft von Allianz MTV Stuttgart stand noch zwischen uns und der Schale. Die Serie konnten wir mit 3:0 nach Spielen für uns entscheiden. So deutlich wie dieses Ergebnis klingen mag, war es aber in keinem Fall. Jedes der Spiele ging extrem eng und nervenaufreibend von statten. Auch im dritten Spiel sah es lange nicht nach einem Sieg aus – wie dieses endete, ist am Anfang bereits beschrieben. Der Rest ist Geschichte!

Entscheidungen in Echtzeit treffen
Vor der Saison wurde uns von der profi.com AG das Microsoft Surface Pro 3 zur Verfügung gestellt, mit dem wir die Datenübertragung in Echtzeit während dem Spiel um ein Vielfaches optimieren konnten. Durch die Datenerfassung während dem Spiel gebe ich meinen Trainerkollegen auf der Bank eine analytische und statistische Sichtweise auf das Spiel, die eine Hilfestellung bei Entscheidungen über Spielstrategien und Spielerwechsel geben kann. Diese Daten werden über ein Netzwerk auf das Tablet gesendet und dort abgebildet.

Und nun? Die Saison ist vorbei, der Titel ist verteidigt. Es werden wieder Veränderungen in der Mannschaft stattfinden. Spielerinnen werden gehen, neue werden dazu stoßen. Dann geht es von vorne los.

Und ich? Für mich gibt es keine andere Option – ich bin Dresdner!

 

 

Autor

Björn Fröbe Marketing Manager
Björn Fröbe

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E-Mail: bfroebe@proficom.de

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