Qualitätssicherung

HPE LeanFT 14.01 – What‘s new?

HPE hat bei der neuen Version von LeanFT einige schon bestehende Funktionalitäten erweitert, aber auch komplett neue Funktionalitäten integriert. Welche das sind, wird in diesem Beitrag beschrieben.

Test Recorder
Eine Funktion die es schon bei HPE Unified Functional Testing (kurz UFT) gibt, hat es jetzt auch in die neue LeanFT-Version geschafft. Der Test Recorder. Damit lassen sich Nutzeraktivitäten "aufnehmen" und es wird automatisch der Code für die spätere Ausführung generiert.

Mit einem Klick auf REC wird die Aufnahme gestartet.

Läuft die Aufnahme, kann diese auch pausiert oder beendet werden. Über EXIT wird der Recorder geschlossen.

Wurden Nutzeraktivitäten aufgenommen, werden diese übersichtlich als einzelne Schritte nummeriert aufgelistet. Über den grünen "</>"-Button wird der Code dieser Schritte in die Zwischenablage kopiert und kann dann an die passende Stelle in dem jeweiligen LeanFT-Script eingefügt werden. Zudem können im Nachhinein noch Kommentare zu den einzelnen Schritten hinzugefügt oder einzelne Schritte wieder gelöscht werden.

Dieser Code wurde aus den oben aufgelisteten Schritten generiert und kann nun genutzt werden.

In einigen Punkten hängt der LeanFT-Recorder dem UFT-Recorder aber noch hinterher. Die aufgenommenen Web-Elemente können über den Recorder nicht direkt in das Application Model übernommen werden. Das funktioniert weiterhin nur über das Object Identification Center. Außerdem unterstützt der Recorder bis jetzt nur Webanwendungen, die über Chrome oder Firefox (alle Betriebssysteme) und Safari (Mac) aufgerufen werden.

StormRunner Functional
Die Vernetzung der einzelnen HP-Produkte wird weiter vorangetrieben. So ist es jetzt möglich in den LeanFT-Einstellungen einen StormRunner Functional Server einzutragen. Dadurch ist es möglich Tests remote auszuführen.


Performance Tests

LeanFT-Skripte können in Zukunft Teil eines Performance Tests sein. Um den Aufwand der Skripterstellung zu minimieren und funktionale Tests wiederzuverwenden, kann ein LeanFT-Skript nun in StormRunner Load integriert werden. Um den LeanFT-Test erfolgreich über StormRunner ausführen zu können, muss dieser allerdings mit dem JUnit-Framework erstellt worden sein und darf zurzeit nur Webanwendungen in Chrome aufrufen und ansteuern. Das TestNG-Framework und die Browser Firefox und Internet Explorer werden in diesem Zusammenhang noch nicht unterstützt. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

Docker
Eine interessante Neuerung, ist die Möglichkeit LeanFT-Tests in Docker Containern ausführen zu können. Es wurden dafür drei LeanFT Docker Images entwickelt:

  • functionaltesting/leanft (es wird die LeanFT-Engine und die Möglichkeit LeanFT-Tests durchzuführen bereitgestellt)
  • functionaltesting/leanft-chrome (es wird zusätzlich ein Chrome-Browser bereitgestellt)
  • functionaltesting/leanft-firefox (es wird zusätzlich ein FireFox-Browser bereitgestellt)

 Zudem können die Tests auf zwei verschiedene Arten ausgeführt werden. Standalone und Execution Box. Bei der Execution Box Methode wird der Test automatisch ausgeführt, wenn der Container gestartet wird. Ist der Test abgeschlossen wird der Container wieder gestoppt.

Bei der Standalone Methode wird mit dem Start des Containers auch die LeanFT-Engine gestartet. Da der Test außerhalb des Containers gestartet wird, muss der Anwender die Verbindung zwischen Test und Docker Image hergestellt haben (Konfiguration des SDK). Der Test wird zwar außerhalb des Containers gestartet, aber die Befehle werden innerhalb des Containers ausgeführt.

Beide Methoden bieten dabei ihre Vorteile. Die Execution Box Methode eignet sich sehr gut für automatisierte Prozesse, wie zum Beispiel Continuous Integration. Durch einen Befehl wird der Docker Container erstellt, der Test ausgeführt und der Docker Container wieder gestoppt. Sollen die Tests manuell gestartet werden eignet sich hierfür die Standalone Methode. Wie bei der Execution Box Methode werden die Tests im Hintergrund in einem Docker Container ausgeführt. Bei Tests mit höherer Zeitdauer ist das ein großer Vorteil, da der Rechner durch den Test nicht „blockiert“ wird und der Anwender dadurch weiterarbeiten kann.

Der Vorteil beider Methoden ist zudem, dass LeanFT auf keiner Maschine bzw. keinem Rechner installiert werden muss.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Durchführung ist jedoch eine gültige Adresse eines Lizenz-Servers. Weitere Infos zu dem Thema finden Sie hier.

Mobile Testing
Wie schon in den letzten Versionen von LeanFT, wurden die Möglichkeiten im Bereich mobile Testing wieder erweitert. In den Vorgängerversionen wurde zum Beispiel umgesetzt, dass Tests parallel auf mehreren mobilen Geräten ausgeführt werden können oder das LeanFT Tests auch in Linux- und Mac-Umgebungen erstellt und ausgeführt werden können.

An den letzten Punkt anschließend wurde in der neuen Version das HPE Mobile Center für Linux- und Mac-Nutzer integriert und ist nun in den Entwicklungstools (z.B. Eclipse) verfügbar. Des Weiteren wurden neue APIs in das LeanFT-SDK integriert. Zum einen können Anwendungen jetzt per UnInstall und Kill deinstalliert bzw. geschlossen werden. Und zum anderen ist es nun möglich über SendKey und SendString Tastatureingaben zu simulieren.

Um die aktuellsten Funktionalitäten nutzen zu können, sollte auch darauf geachtet werden, dass die aktuellste Version des Mobile Centers installiert ist.

Reporting
Der Reporter-Klasse wurde mit "reportVerification" eine neue Methode hinzugefügt, die es erlaubt, die benutzerdefinierten Überprüfungen auch in den Testreport zu integrieren.


Und sonst noch?

Es wurde die Möglichkeit geschaffen ein Application Model von LeanFT in ein Object Repository von UFT zu konvertieren.

Die Objektidentifizierung per Visual Relation Identifiers (VRI) ist nun auch auf Linux, Mac und für mobile Anwendungen nutzbar.

Das Object Identification Center für Selenium unterstützt jetzt auch JavaScript und es wurden Erweiterungen an den Objekteigenschaften zur Identifizierung vorgenommen (z.B. neues IsVisible-Attribut und Verwendung von Regular Expressions).

Autor

David Kluge Associate IT-Consultant
David Kluge