Qualitätssicherung

HPE StormRunner in Version 2.3 erschienen

Das Cloud-basierte Werkzeug für non-funktionale Softwaretests kommt mit neuen Funktionen daher, zum Beispiel der automatischen Provisionierung von on-premise-Lastgeneratoren.

Kennen Sie HPE StormRunner?
HPE StormRunner ist eine SaaS-Lösung für Last- und Performance-Tests von Webapplikationen und mobilen Anwendungen. Und was war jetzt noch einmal SaaS? SaaS steht für Software-as-a-Service und basiert auf dem Konzept, dass die Software und die IT-Infrastruktur nicht mehr bei Ihnen als Nutzer vor Ort sondern aus der Cloud bereitgestellt werden.

So ist auch HPE StormRunner eine über ein Web-Interface bedienbare Cloud-Anwendung. Die Benutzeroberfläche vereint Funktionen, die allen Nutzern von HPE LoadRunner bereits aus dem Controller- und Analysis-Modul bekannt sein dürften. HPE StormRunner stellt sozusagen das Cockpit zur Verfügung, um Last- und Performance-Tests aus der Cloud heraus starten, steuern und auswerten zu können. Einzig die Erstellung der Testskripte erfolgt lokal, wobei jedoch verschiedene Skripting-Tools unterstützt werden, was die Variabilität und Flexibilität bei Testdesign und Testausführung erhöht. So können Sie Testskripte z.B. mit dem VuGen, der über die Community Edition von HPE LoadRunner auch lizenzfrei verfügbar ist, oder für das TruClient-Protokoll über Browser-Plugins für Firefox und Chrome erstellen. Selbst ein Import von JMeter- oder Gatling-Skripten sowie HAR-Dateien ist möglich.

Anschließend können die Testskripte bequem in HPE StormRunner importiert und verschiedene Testszenarien zusammengestellt werden. Während eines Testlaufs können Sie die Testmetriken in Echtzeit beobachten. Eine Integration von Monitoring-Tools wie NewRelic, Dynatrace und HPE SiteScope ist möglich. Nach Abschluss des Testlaufs können Sie alle Metriken sogleich in HPE StormRunner analysieren, Reports und Graphen erstellen und in gängige Formate (HTML, DOCX, PDF, CSV) exportieren.

Was ist jetzt der Vorteil?
Die klassischen Vorteile des Saas-Konzepts leuchten sofort ein:

  • Schnelle Verfügbarkeit des Tools
  • Kostenersparnis, da keine on-premise-Hardware. Bezahlt wird nur nach Nutzungsdauer und simulierter Nutzerzahl ("Virtual User Hours")
  • Keine Wartung der Software nötig
  • Skalierbar und geeignet für Continuous Integration z.B. mit Jenkins- oder Bamboo-Plugin
  • Einfach zu bedienen

Aus Sicht des Last- und Performance-Testers überzeugt besonders, dass sich die virtuellen User auf Cloud-Lastgeneratoren in verschiedenen Weltregionen verteilen lassen. Hierbei kann aus Standorten von Amazon AWS oder Microsoft Azure gewählt werden. Optional können sogar eigene on-premise-Lastgeneratoren aus dem lokalen Netzwerk in HPE StormRunner eingebunden werden. Dadurch lassen sich ganz unterschiedliche Nutzergruppen in unterschiedlichen Weltregionen simulieren.

Mit HPE Network Virtualization lässt sich zusätzlich der Einfluss verschiedenartiger Netzwerkanbindungen dieser Nutzergruppen an die Application-Under-Test (AUT) während eines Lasttests untersuchen, so zum Beispiel Anbindungen über LAN, Wifi, Mobilgeräte über 3G oder 4G.

Wann ist HPE StromRunner das richtige Tool für mich?
Der Einsatz von HPE StormRunner lohnt sich besonders für alle, die einen Last- und Performance-Test mit einer hohen Last ohne eigene Lasttest-Infrastruktur durchführen wollen. Oder für alle, die zwar über eine entsprechende Infrastruktur verfügen, diese jedoch nicht ausreicht, um die gewünschte Lasthöhe abzubilden.

Und was ist jetzt neu in HPE StormRunner 2.3?
Die neueste Version von HPE StormRunner, die am 31. Januar 2017 erschienen ist, hält nur kleinere Updates bereit. Am interessantesten dürfte sicherlich die automatische Provisionierung von on-premise-Lastgeneratoren sein. Die Lastgeneratoren lassen sich jetzt bequem aus Docker-Images deployen, die HPE über den DockerHub bereitstellt. Damit können Sie sehr einfach eine "Private Cloud" für Last- und Performance-Tests in HPE StormRunner aufbauen. Selbstverständlich lassen sich die öffentlichen und privaten Lastgeneratoren kombinieren und gleichzeitig nutzen (Hybrid Cloud). Darüber hinaus können on-premise-Lastgeneratoren jetzt zwischen verschiedenen Projekten geteilt werden, was eine flexiblere und effizientere Ressourcenverteilung und -nutzung ermöglicht.

Falls sie die HPE Network Virtualization nutzen, also Nutzergruppen über verschiedene Netzwerkanbindungen simuliert haben, wird Ihnen nach Beenden eines Testlaufs in der Ergebnisübersicht gleich der NV Insights-Report angezeigt. Dieser Report liefert nicht nur eine aufschlussreiche Information, welche Performance die AUT bzgl. der verschiedenen Netzwerkanbindungen erreicht, sondern gibt auch Vorschläge, welche Optimierungen sich anbieten, um die Performance zu steigern.

Der NV Insights Report war bereits seit Version 2.2 in HPE StormRunner integriert, wurde nun jedoch um zusätzliche Analysen erweitert. So lassen sich jetzt die Ressourcen mit langen Downloadzeiten besser identifizieren, z.B. gibt es eine Zusammenfassung je nach Ressourcen-Typ wie Bild, Code, Text sowie Angaben zum Breakdown der Ressource nach Größe und Downloadzeit. Der Report beinhaltet jetzt auch clientseitige Information. So kann parallel zur Analyse der Netzwerkverbindungen durch Analyse von Client-Events wie Rendering-Zeiten und Nutzeraktionen wie Klicks von Links eine Bewertung der User Experience der AUT getroffen werden.

Für alle, die mit HPE StormRunner Anwendungen in Citrix ICA und Oracle NCA testen möchten, eine gute Nachricht: Die beiden Protokolle werden ab sofort unterstützt.

Autor

Jan Sickmann IT-Consultant
Dr. Jan Sickmann