Qualitätssicherung

Micro Focus ALM Octane 15.0.40 – wichtige Neuerungen

Auch wenn die Neuerungen mit dem aktuell vorliegenden Update nicht zu umfangreich erscheinen, sollte man diese nicht unterschätzen. So wurden an vielen verschiedenen Stellen nützliche Anpassungen und Ergänzungen vorgenommen, welche die Arbeit mit Micro Focus ALM Octane verbessern und erleichtern.

Modul „Defects“ heißt jetzt „Issues“
Das bisherige Modul „Defects“ wurde durch ein neues Modul namens „Issues“ ersetzt. Dieses enthält zwei Tabs – „Defects“ und „Vulnerabilities“. Der erste Tab funktioniert wie vom Modul „Defects“ gewohnt und dient der Erfassung und Verwaltung gefundener Fehlerwirkungen. Unter dem zweiten Tab können jetzt Sicherheitslücken erfasst werden, welche zum Beispiel mit Fortify, SonarQube oder anderen Tools zur statischen Source-Code Analyse gefunden wurden. Damit bietet Micro Focus die Möglichkeit für einen weiteren Schritt in Richtung DevSecOps.

Sollte man die Vulnerabilities nicht benötigen, so kann der Admin diese Funktion auch deaktivieren und es ist wieder alles beim Alten – das Modul heißt dann sogar wieder „Defects“.

SAFe – Program
Bei Nutzung des Scaled Agile Framework (SAFe) kann nun auch ein sogenanntes „Program“ eingerichtet und verwendet werden. Dies ist keine eigene Entität, sondern dient dem Filtern und Reporting innerhalb eines Workspace und kann auch einem oder mehreren Releases zugeordnet werden.

Verbesserte Benutzbarkeit und Möglichkeiten zur Auswertung

  • Für Release und Sprint kann man - neben den bisherigen - nun auch Feature-basierte Burn-down- und Burn-up-Graphen erstellen. Damit sind dann z.B. „status-over-time“-Graphen auf Basis eines Features möglich.
  • Die in Version 15.0.20 eingeführten „Insights“ bei diversen Widgets können für besseres Handling und mehr Übersichtlichkeit neuerdings auch auf dem Dashboard angepinnt und außerdem aus- und eingeklappt werden.
  • Für Defects gibt es ein neues Feld „Reopens“. Damit wird erfasst, wie oft ein Defect von Status „Fixed“ oder „Closed“ zurück auf „Opened“ gesetzt wurde. Dieses Feld kann auch im Dashboard verwendet werden, um beispielsweise auf wieder geöffnete Defects zu filtern.

  • Mit Erfassung der Reopens gibt es zusätzlich im Widget für die „Defect Resolution Time“ eine neue Analysemöglichkeit: Mit einer weiteren Insight Card wird die „Defect Resolution Time“ der „Defect Reopen Rate“ gegenübergestellt. Somit kann man im Vergleich zur benötigten Zeit zum Lösen eines Defects sehen, wie effizient die Problemlösungen sind. Beispielsweise kann eine kurze Problemlösungszeit auch schlecht sein, wenn dafür die Anzahl der erneut geöffneten Defects deutlich ansteigt. Dagegen kann eine längere Dauer zum Lösen eines Problems auch gut sein, wenn dafür weniger Defects erneut geöffnet werden müssen.
  • In den Feldern „Feature“, „Requirement“ und „Application module“ kann neuerdings mittels ID nach einer Entität gesucht werden. Die Suche gibt dann die Entität mit der eingegeben ID zurück oder alle Entitäten, welche diese Nummer im Namen enthalten.

Quality
Im Quality-Modul gibt es neben dem bereits erwähnten neuen Feld „Reopens“ noch weitere, kleine Änderungen, die aber einen großen Unterschied machen. So können zum Ersten ab sofort bereits bestehende manuelle Tests oder auch Test Suites mittels Import modifiziert werden. Damit ist es also nicht nur möglich, aus einer Excel-Datei neue Testfälle anzulegen, sondern es können z.B. Anpassungen in der Excel-Datei vorgenommen werden und diese Änderungen können anschließend auch direkt durch den Import nach ALM Octane übertragen werden. Eine manuelle Anpassung der Tests oder Test Suites in ALM Octane ist dann in diesem Fall nicht mehr notwendig. Allerdings haben wir bei ersten Versuchen einige Stolpersteine in der Verwendung dieser neuen Funktion feststellen müssen. So kann es beispielsweise Probleme mit der Aktualisierung von Testfällen geben, wenn dabei keine neuen Entitäten nach ALM Octane importiert wurden – für mehr Details wenden Sie sich gern an unsere Experten.

Zum Zweiten können jetzt auch bereits bestehende Defects zu einem Feature hinzugefügt werden. Damit entfällt das Problem, dass bisher Defects, welche Features zugeordnet werden sollten, immer neu erstellt werden mussten.

Und zum Dritten bietet der „History“-Tab von manuellen und von Gherkin Tests neue Information. Dort wird nicht nur angezeigt, wenn ein Skript geändert wurde, sondern es gibt auch einen Link zu einer Vergleichsansicht. Somit können die Änderungen auf einen Blick nachvollzogen werden.

DevOps
Auch im DevOps-Bereich gibt es ein paar Neuerungen. So unterstützt jetzt bei Nutzung von ALM Octane in Verbindung mit Jira der Synchronizer die Umwandlung von Backlog Items in Jira von einem Subtyp in einen anderen. Außerdem kann das „Quality Insight plugin for Jira“ nun mit Jira Data Center 8.0.0 - 8.5.1. verwendet werden.

Eine weitere Verbesserung gibt es auch bei der Verwendung und Einbindung von TeamCity als CI-Server, denn ab sofort können automatisierte Tests in diesem Falle mittels des ALM Octane Testing Framework durchgeführt werden.

Und nachdem mit dem letzten Update von ALM Octane die Unterstützung von multi-branch Pipelines in Bamboo bereitgestellt wurde, gibt es diese Möglichkeit ab sofort auch bei der Verwendung von GitLab.

Interessantes für Site Admins
Da der Microsoft Internet Explorer wie bereits mit Content Pack 11 angekündigt von ALM Octane inzwischen nicht mehr unterstützt wird, wurde eine Alternative geschaffen: Ab der aktuellen Version 15.0.40 von ALM Octane kann man nun auch mit Microsoft Edge arbeiten.

Und schließlich können mit dem neuen Site Parameter SUPPRESS_NOTIFICATIONS vorübergehend die Nutzerbenachrichtigungen deaktiviert werden. Das ist besonders nützlich, wenn man z.B. Massenupdates durchführt.

Autor

Tim BenkeIT-Consultant
Tim Benke