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Micro Focus UFT 14.50 & 14.51

Neue Erweiterungen & Features im Überblick.

In diesem Blogartikel stellen wir Ihnen die neue Version 14.50 & 14.51 von Micro Focus' Werkzeug für die Testautomatisierung im Detail vor.

Micro Focus hat in der Vergangenheit sein Werkzeug UFT ordentlich überarbeitet und eine ganze Menge neuer Features eingebaut. Im ersten Abschnitt stellen wir die Neuerungen in Version 14.50 vor, anschließend möchten wir die Features von Version 14.51 etwas näher beleuchten.

Parallele Ausführung

Dass UFT eine starke Marktposition besitzt, hat es in der Vergangenheit bewiesen. Wem in der Vergangenheit die Ausführung seiner Tests zu lange dauert, kann ab Version 14.50 die parallele Ausführung nutzen.

Ab jetzt können Web-Tests, im Rahmen einer Tech-Preview, so konfiguriert werden, dass diese in unterschiedlichen mobilen Umgebungen parallel laufen. Die Konfiguration dafür erfolgt in einer JSON-Datei in der die Parameterwerte angegeben werden.

"Mit den aktuellen Versionen von UFT (14.50) und Mobile Center (2.80) merkt man, dass Micro Focus an der Integration der Tools ineinander arbeitet. Es fühlt sich nun stimmiger an und die Zusammenarbeit der Tools wurde nochmal verbessert – gerade was die Objekterkennung und Verbindungsgeschwindigkeit angeht. Ich habe mir es auch nicht nehmen lassen, den Parallel Runner auszuprobieren. Dazu erstmal kleine Tests mit UFT im Handumdrehen aufgenommen und danach mit der json-File entsprechende Geräte und Tests angegeben. Ich hatte es mit zwei mobilen Devices ausprobiert und war fasziniert, wie sich für jedes Gerät ein Fenster öffnet und man den Testablauf beobachten konnte – wie ein kleines Kind vor einer Waschmaschine mit Bullauge."
‚Profi‘ Daniel Martin

Mobile Unterstützung

Ab der Version 14.50 ist die Simulation der Gesichtserkennung möglich. Auf iOS-Geräten kann in mobilen Tests als Authentifizierung die Gesichtserkennung, sowie ab Version 14.03 die Fingerabdrucksimulation eingesetzt werden.

Die Methoden SimulateFingerprint & SetFingerprintSimulationMode heißen jetzt SimulateAuthentication & SetAuthenticationSimulationMode.

Für die Tests mit Barcode- oder QR-Code-Erkennung stehen in mobilen Tests die neuen Methoden zur Verfügung, die es ermöglichen verschiedene Barcodes zu simulieren.

Die neuen Methoden heißen SetBarcodeSimulationMode, SimulateBarcodeByImage und SimulateBarcodeByData.

Berichterstellung

Für einen schnellen Überblick über den Teststatus gibt es in der oberen rechten Ecke ein Kreisdiagramm. Das Diagramm zeigt Status von durchgeführten sowie fehlgeschlagenen Schritten und Warnungen während des Testlaufs.

Das Kreisdiagramm wird in allen Reports angezeigt.

Ab der Version 14.51 ist es zusätzlich möglich, dass die Laufergebnisse nicht nur in Form von HTML-Seiten, sondern auch als PDF-Dateien erzeugt werden können.

Um diese Funktion verwenden zu können, muss die Option "Automatically export run results when run session ends" unter "Run Session"“ aktiviert werden.

"Das Kuchendiagramm zur dynamischen Statusanzeige von Testschrittergebnissen während der Testlaufzeit ist mehr als nur ein werbewirksames Gimmick. Fortan kann nicht nur am Ende sondern schon zur Testlaufzeit erörtert werden, ob eine weiterführende Ausführung sinnvoll ist. In Anbetracht des Zeitmanagements können somit fehlerhafte bzw. sich wiederholende Testläufe im Zeitfenster bestmöglich kalkuliert werden.

Des Weiteren können Testergebnisse bzw. Reports am Ende nicht nur im HTML- sondern auch im PDF-Format kreiert werden. Einstellungen, wie zum Beispiel nur fehlgeschlagene Testschritte anzeigen zu lassen oder verschiedene Komplexitätsstufen des exportierten Formates von "Short" oder "Detailed" bis hin zu "User-defined", kann man im "Runs Sessions Pane", unter Select Tools > Options > General Tab > Run Sessions node, vornehmen.“
‚Profi‘ Vaidas Sieber

Business Process Testing (BPT)

Mit dem BPT-Framework ist es möglich, dass ganze Unternehmensprozesse mit sogenannten Flows in UFT getestet werden. Ein Prozess könnte zum Beispiel die Anmeldung inkl. Authentifizierung eines neuen Kunden für ein Bankkonto sein.

Ab Version 14.50 ist es nun möglich die Struktur bzw. die Verzweigung in dem Geschäftsprozesstest dynamisch anzupassen. In einem Test können viele verschiedene Verzweigungen implementiert werden, wodurch es möglich ist verschiedene Benutzerabläufe zu simulieren und die Testabdeckung mit relativ geringem Aufwand zu erhöhen.

In Micro Focus ALM ab der Version 12.60 und höher werden die BPT-Verzweigungen ebenfalls unterstützt. Des Weiteren ist es möglich, dass BPT-Tests sich direkt aus ALM in UFT öffnen lassen.

"Ein ungemein nützliches Feature, denn damit können verschiedene User Flows, die vorher mit separaten Testfällen bzw. BPT-Skripten realisiert wurden, in einem "Master-BPT-Test" vereinigt werden. Dadurch schrumpft dann in ALM die Anzahl der BPT-Tests auf eine überschaubarere Menge zusammen. Andererseits wird technisch die Wartbarkeit und Ausführungszeiten der Test(reihen) deutlich verbessert, da nun weniger Skripte benötigt werden, um quasi dasselbe zu leisten. Weniger Skripte bedeuten nämlich schnellere Testreihenläufe und weniger Wartungsaufwand.

Beispiel: 1 Skript wird ausgeführt/gewartet, anstatt 2 oder mehr.

Ein weiterer Vorteil wird ersichtlich, wenn man sich mit dem Thema Recovery Szenario beschäftigt. Wenn beispielsweise ein bestimmtes Kriterium nicht zutrifft, dann kann man im BPT-Test einen Zweig dafür erstellen mit einem möglichen Ausweg. Die Herausforderung bei diesem Feature besteht darin, den Entscheidungsbaum korrekt zu erstellen - dies bedeutet also etwas mehr Initialaufwand (Design), um die genannten Vorteile hinterher zu genießen. Sehr praktisch, wenn man solche Testszenarien hat und entsprechend viel abdecken möchte.“
‚Profi‘ Frederick Wong

In dem Webinar-Mitschnitt von Bernhard Kühnel erhalten Sie viele weitere nützliche Informationen rund um die Version 14.50:
https://www.youtube.com/watch?v=FDM3Ie3tWdo&t=1104s

In dem nächsten Abschnitt möchten wir Ihnen die Neuerungen der Version 14.51 vorstellen.
Bitte beachten Sie, dass die Version 14.51, im Gegensatz zu UFT14.50, ausschließlich in der englischen Fassung angeboten wird.

Verbesserungen der Robotik-Prozessautomatisierung (RPA)

Mit dem Framework Robotic Process Automation (RPA) haben Sie in UFT die Möglichkeit, aufgezeichnete und geskriptete Prozesse zu validieren.

Ab der Version 14.51 wurde die RPA-Unterstützung dahingehend verbessert, dass vom UFT Test Batch Runner nun Testparameter innerhalb des Aufrufs unterstützt werden.

Damit können über die Kommandozeile mehrere individuelle Testparameter hinzugefügt werden, wodurch zum Beispiel Data-Driven-Testansätze leicht umgesetzt werden können.

Codebeispiel:

UFTBatchRunnerCMD.exe -source "C:\PCTest1" -parameter "MeinErsterParameter:Proficom;MeinZweiterParameter:Dresden"

Docker-Container

Den Betrieb Ihrer UFT-Anwendungen können Sie ab der Version 14.51 noch effizienter gestalten. Mit einer lokal installierten Version von Mobile Center oder StormRunner Functional können Sie Web- oder Mobile Tests in einer Docker-Umgebung ausführen. Wartungs- und Testläufe werden durch die Verwendung von einem  Docker-Container enorm beschleunigt.

Jenkins Verbesserungen

Für CI-Prozesse (kontinuierlichen Integration) ist die Software Jenkins weitverbreitet und erfreut sich großer Beliebtheit.

Das Jenkins Plug-In für UFT wurde in der Version 14.51 in zwei Punkten verbessert:

  • Konfiguration von Fehlerszenarien
    Mit dieser neuen Funktion können Sie eine definierte Anzahl an Wiederholungen für den Test oder das Testset konfigurieren. Innerhalb eines Runs können Sie bestimmte Aktionen durchführen, bevor der Build getestet wird. Anschließend kann für den Run ein Cleanup durchgeführt werden, um die Konfiguration auf die Ausgangssituation zurückzusetzen.  
  • Anzeigen von Ergebnissen für teilweise ausgeführte Tests
    Ist in Jenkins ein gestarteter Test fehlgeschlagen und ist die Ausführung der Folgetests nicht möglich, dann ist es ab der Version 14.51 möglich, dass Testergebnisse aus den abgeschlossenen Tests in UFT angezeigt werden.

Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit

Micro Focus entwickelt UFT auch im Bereich der Benutzerfreundlichkeit kontinuierlich weiter. Ab der Version 14.51 können die Eigenschaften von Testobjekten direkt im Editor anzeigt werden.

Klicken Sie in einem beliebigen Schritt mit der rechten Maustaste auf ein Testobjekt und wählen Sie zwischen den Optionen "Objekteigenschaften" oder "Im Repository öffnen" aus.

Folgende Informationen verbergen sich hinter den Optionen:

  • mittels "Objekteigenschaften" werden die Eigenschaften für das ausgewählte Testobjekt in einem Popup angezeigt
  • "Im Repository öffnen" zeigt das Objekt-Repository für das ausgewählte Testobjekt an