Veranstaltung Qualitätssicherung Karriere

Softwarequalität im Vorlesungsverzeichnis

In zwei Ringvorlesungen an der TU Dresden und der TU Chemnitz erfuhren junge Informatikstudenten die Grundzüge funktionaler und non-funktionaler Softwarequalität.

Softwarequalität ist ein oft unterschätzter Aspekt in der Softwareentwicklung. Ein Grund mehr, angehenden Informatikern die Grundlagen der Softwarequalitätssicherung und des Softwaretestens bereits an der Hochschule nahezubringen. Die erfahrenen IT Consultants Dr. Carsten Neise,
Florian Fischer und Dr. Jan Sickmann haben die Möglichkeit genutzt, im Rahmen von zwei Ringvorlesungen an der TU Dresden und der TU Chemnitz die Grundzüge der Softwarequalitätssicherung vorzustellen.

Die Motivation legten drei kurze Beispiele für die fatalen Auswirkungen von Softwarefehlern in der Luft- und Raumfahrt – einem Anwendungsbereich mit besonders hohen Anforderungen und Standards an Softwarequalität.

Da eine klare und eindeutige Terminologie die Basis schafft, sich einem neuen Thema zu nähern, wurden darauf aufbauend grundlegende Begriffe der Qualitätssicherung definiert:

Besonderes Augenmerk haben wir darauf gelegt, den Studierenden zu vermitteln, wie wichtig eine vorausschauende und den Entwicklungsprozess begleitende Softwarequalitätssicherung ist. Bugs sollten möglich früh im Entwicklungsprozess erkannt und behoben werden. Natürlich muss Softwarequalität und Testen in einem gesunden Verhältnis zum Aufwand stehen. Daher haben wir einen kurzen Abstecher zur Risikoanalyse unternommen.

Wie hebe ich die Qualität nicht funktionaler Kriterien?
Mit klarem Ziel vor Augen ging es im Weiteren darum, die wesentlichen Konzepte eines systematischen Softwaretests zu vermitteln. Im Vordergrund standen hierbei der fundamentale Testprozess nach ISTQB und die verschiedenen Teststufen im Entwicklungsprozess. Abgerundet wurde das ganze durch eine kurze Vorstellung der wichtigsten Testmethoden und Hinweisen zur Dokumentation.

Da im Verlauf der Vorlesung bis dahin nur rein funktionale Qualitätskriterien beleuchtet wurden, haben wir im letzten Drittel der Vorlesung am Beispiel des Last- und Performance-Tests die Validierung nicht funktionaler Qualitätskriterien vorgestellt:

  • Welche Metriken überprüfe ich in einem Last- und Performance-Test und was bedeuten SLA und KPI?
  • Wie definiere ich eine reale Ziellast und führe ich einen Last- und Performance-Test durch?
  • Wie interpretiere ich die Ergebnisse?

Zum Abschluss haben wir an Hand von Racemap gezeigt, wie wichtig entwicklungsbegleitende Lasttests mit Open Source-Tools bereits für Start-Up und junge Softwareunternehmen sein können.

Viele Zwischenfragen und Rückmeldungen seitens der Studierenden haben uns bestätigt, dass das Thema durchaus interessant war und eine sinnvolle Ergänzung zu dem klassischen Uni-Stoff bildete.

Sicher wird nicht jeder Studierende nach seinem Abschluss IT Consultant für Softwarequalitätssicherung werden. Aber er wird zumindest für die Aspekte der Softwarequalitätssicherung sensibilisiert sein. Und er wird wissen, wo man „profis“ findet ;-)

Autor

Jan Sickmann IT-Consultant
Dr. Jan Sickmann