Karriere

Trainee auf großer Fahrt

Foto: Klaus Enslin

Das erste eigene Projekt startet

von Dr. Jan Sickmann

"Auf nach Stuttgart!", lautet der Auftrag: "Ich möchte, dass Du einen Proof of Concept für einen Lasttest bei durchführst." Zunächst verspüre ich leichte Aufregung, die aber gleich von der Vorfreude verdrängt wird – mein erstes kleines IT-Consulting-Projekt, das ich selbständig durchführen soll. Ich bin jetzt Trainee-IT-Consultant ;-)

Also schnell das Bahnticket und Hotel buchen und ein kurzes Telefonat mit meiner Ansprechpartnerin beim Kunden führen, um zu klären, wann, wo und wie es losgeht. Am Montag 9 Uhr werde ich schließlich herzlich im Team empfangen. In einem Meeting mit den Verantwortlichen lerne ich die SAP-Systeme kennen, die einem Lasttest unterzogen werden sollen. Zwei verschiedene SAP-Applikationen führen über unterschiedliche Systeme Zugriffe auf die gleiche Datenbank aus. Die Zugriffe über die eine Applikation sind deutlich langsamer als die über die andere Applikation. Klarer Fall für einen End-to-End-Lasttest, um die Performance-Unterschiede zu analysieren.

Die Wahl der richtigen Mittel
Also HP Loadrunner öffnen, Skript aufzeichnen, Demo-Lasttest durchführen, fertig. Doch so einfach ist es dann doch nicht. Zunächst einmal muss die Kommunikation zwischen Client-Applikation und Backend analysiert werden. Da die eine Anwendung verschlüsselt über SSL kommuniziert, zickt der Loadrunner zunächst beim Aufzeichnen des Skripts rum.

Nach Anpassen der Recording-Einstellungen klappt's. Das Skript ist abspielbar und ich kann einen kleinen Demo-Lasttest laufen lassen. Das war einfach… Nun die schwierigere Aufgabe: Wie die andere Anwendung kommuniziert ist völlig unklar. Daher muss ich erst mal den Netzwerkverkehr zwischen Client-Anwendung und Backend analysieren. Ich versuche zunächst mit Fiddler, den Netzwerkverkehr aufzuzeichnen. Doch Fiddler zeichnet nichts auf. Eine böse Vorahnung beschleicht mich: Die Anwendung benutzt wahrscheinlich ein proprietäres Protokoll; Fiddler kann nur mit HTTP/S umgehen. Ich wechsle zu Wireshark und finde meine Vermutung bestätigt. Im TCP-Stream zwischen Client und Backend finden sich ausschließlich Pakete mit einem proprietären Protokoll von SAP. Das ist blöd, denn mit diesem Protokoll kann auch der Loadrunner nicht umgehen. Aber wir arbeiten ja mIT Profis und die finden immer eine Lösung!

Die werde ich morgen den Verantwortlichen bei der Projektübergabe präsentieren. Ich will noch nichts verraten. Und dann geht’s mittags ab ins Wochenende und zurück nach Dresden. Meine Freundin wartet schon und will mich vom Bahnhof abholen.

Autor

Björn Fröbe Marketing Manager
Björn Fröbe

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Tel.: +49 351 44 00 8292
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