Entwicklung

What’s new with HPE Operations Orchestration 10.x?

Prozesse automatisieren, Workflows erstellen, Cloud-Anbindungen managen – für diese Fälle gibt es HPE Operations Orchestration. Ab jetzt mit zahlreichen neuen Funktionen und Features.

Zunächst einmal, was ist HPE Operations Orchestration, kurz OO? Es ist eine Prozessautomatisierungs- bzw. Orchestrierungsplattform von Hewlett Packard Enterprise, welche eine einheitliche Sicht für die Automatisierung von IT-Prozessen in hybriden IT-Infrastrukturen einschließlich Cloud Computings bietet.

Neue Oberfläche ohne Flash
Im Projektalltag fällt uns auf, dass häufig noch ältere 9.x-Versionen bei Kunden im Einsatz sind. Dabei ist die neueste Hauptversion seit einiger Zeit bereits Version 10, ganz aktuell Version 10.6. Es gibt dabei viele Änderungen bzw. Neuerungen und das Produkt ist inzwischen sehr ausgereift. Warum sich der Wechsel lohnt, soll zunächst der kurze Blogbeitrag zusammenfassen.

Was als erstes ins Auge springt, ist neben einer neuen URL für das Administrations-Portal auch die allgemeine optische Verbesserung der Weboberfläche. Ein Verzicht auf Flash wird viele Kunden gerade in sicherheitskritischen Bereichen freuen. Zusätzlich wurde an der Übersichtlichkeit gearbeitet, was das Arbeiten stark vereinfacht. Es gibt nun große Hauptabschnitte für die Ausführung von Flows und deren Überwachung, die Inhaltsverwaltung und die Konfiguration inklusive User- und Rechtemanagement.

Bessere Lastverteilung und neue Architektur
Speziell unter der Inhaltsüberwachung fällt eine gravierende Neuerung auf. Hierrüber werden die neu eingeführten Content Packs des "OO Central" gepflegt. Diese sind *.jar Dateien, welche zusammengehörige Flows und deren Konfigurationselemente enthalten. Die Content Packs können von den Entwicklern stammen oder aus externen Quellen wie z.B. dem HPE Live Network, kurz HPLN. Die Konfigurationselemente wie System Properties oder System Accounts lassen sich hier auch speziell für die Umgebung des Central modifizieren.

Über die neue Rechteverwaltung lassen sich verschiedene LDAP-Systeme anbinden, wobei verschiedene Rollen auf die Gruppen anwendbar sind. Zwar lässt sich nur über die Inhaltsverwaltung feingranular festlegen, wer welche Flows sehen oder ausführen darf. Welcher Nutzer auf welche Abschnitte zugreifen und dort konfigurieren darf wird jedoch anhand der definierten Rollen unter dem Abschnitt "Konfiguration" festgelegt.

Auch wurde die Architektur von HPE OO umstrukturiert. Dadurch können nun Umgebungen mit einer größeren Anzahl Remote Action Services (RAS) einfacher und performanter verwaltet werden. Zusätzlich wird der Central entlastet. Die Änderung dabei betrifft vor allen die Kommunikationsbeziehung der einzelnen Systeme. Die RAS initiieren nun die Verbindung mit dem Central und ziehen sich die Aufgaben, welche ihnen oder ihrer Workergroup (Achtung, auch ein neues Feature) zugeordnet sind. Letzteres ist eine Out-of-the-Box-Lösung für das Loadbalancing der verteilten Services und über das neue Admin-Portal von HPE OO einfach konfigurierbar. Ebenso holt sich ein RAS mit seinen Aufgaben die dafür benötigten Operations vom Central, sofern diese noch nicht zur Verfügung stehen. Ein Update der einzelnen Instanzen ist somit nicht mehr notwendig, was gerade bei großen Umgebungen zeitaufwändig war.

Sicherheitsexperten werden im letzten Abschnitt kritisch bemerkt haben, dass der Aufbau der Kommunikation vom RAS aus ungünstig ist, sofern sich der Central in einer sicherheitskritischen und der RAS in einer weniger sicheren Zone befindet. Nach Lösungen über den Aufbau von Reverse-Proxy-Tunneln hat HPE inzwischen mit Version 10.6 auch eine Lösung bereitgestellt.

Einfach mal offline weiter entwickeln
Eine weitere Neuerung bezüglich der Gesamtarchitektur ist die Trennung von Versionskontrolle und Inhalt des Centrals. Studios müssen somit nun keine Verbindung mehr zum Central oder zum RAS aufweisen, was die Arbeit für Entwickler vereinfacht und flexibler gestaltet, da die Entwicklung nun auch offline fortgeführt werden kann. Die erstellen Flows werden einfach aus dem Studio als Content Pack exportiert und können so in den Central eingespielt oder veröffentlich werden.

Zusätzlich unterstützt die neue Entwicklungsumgebung eine Versionskontrolle auf SVN- oder Git-Basis. Und obwohl sich optisch nicht viel im Vergleich zum Vorgänger geändert hat, sind viele neue Features hinzugekommen, welche das Entwicklerherz freuen. So zum Beispiel eine längst überfällige Möglichkeit, um das Standardverhalten wie die Anzeige des Gitternetzes oder die Herkunft der Werte für die Variablen direkt im Programm zu konfigurieren, ohne Dateien manuell anzupassen.

Wie sich zeigt, lohnt sich ein Wechsel auf jeden Fall und das nicht nur um Up2Date zu sein, sondern auch um die Arbeit allgemein zu beschleunigen und zu optimieren.

Für alle Kunden, die aus der Cloudslang Welt kommen - der Open Source-Orchestrierungssoftware welche durch HPE unterstützt wird - gibt es jetzt auch eine gute Nachricht. Die bereits vorhandenen Flows können nun mit dem OO Central bereitgestellt und ausgeführt werden.

Sollten Sie Sich bereits für einen Umstieg von HPE OO 9.x zu 10 entschieden haben, empfehle ich Ihnen den Blogbeitrag von Paul Markwart "Migration von OO 9 zu 10" mit wichtigen Tipps und Fallstricken, welche bei dem Wechsel und der damit verbundenen Übertragung der Flows auftreten können.

Autor

Oliver Höhne IT-Consultant
Oliver Höhne

Dresden