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Robotic Process Automation – ein Einstieg

Der Begriff „Robotic Process Automation“, kurz RPA, taucht vermehrt in Gesprächen mit Kunden, in Fachmagazinen und auch auf den Fluren der profi.com AG auf. Dabei scheint es, dass dieses Thema Welten verbindet.

Der Begriff „Robotic Process Automation“, kurz RPA, taucht vermehrt in Gesprächen mit Kunden, in Fachmagazinen und auch auf den Fluren der profi.com AG auf. Dabei scheint es, dass dieses Thema Welten verbindet.

Mein erster Kontakt mit RPA war der Wunsch eines profi.com-
Kunden, automatisierte Bestellungen über SAP zu realisieren. Die erhaltenen Auftragsbestätigungen sollten nach erfolgreicher Überprüfung als Anhang mit der Bestellung verknüpft werden. Der Einkäufer soll zudem per E-Mail informiert werden, wenn eine vollständige Auftragsbestätigung eingetroffen und im System hinterlegt worden ist.

Wir befinden uns demnach in der Situation, dass

  • der Prozess kaum Abweichungen bei einer Vielzahl von Durchführungen hat (Bestellung erstellen, Bestätigung prüfen und an Bestellung hängen, E-Mail versenden)
  • es einen Trigger gibt, der einen Prozess auslöst (Erhalten der Auftragsbestätigung)
  • verschiedene Schnittstellen und Technologien verwendet werden (SAP, E-Mail, OCR)

Geschäftsprozesse durch Roboter steuern (lassen)
Wenn wir von RPA sprechen, geht es um robotergesteuerte Prozessautomatisierung. Der deutsche Begriff macht deutlich, dass sich alles um den Prozess dreht. Genauer gesagt geht es um Geschäftsprozesse.

Ein zu automatisierender Prozess sollte sinnvollerweise im Tagesgeschäft häufig durchgeführt werden und zum größten Teil immer gleich verlaufen – unabhängig von den Eingabeparametern. Teilschritte können aber durchaus variabel sein.

Um Zeit zu schaffen für andere komplexe Tätigkeiten, besteht die Möglichkeit der Automatisierung der identifizierten Schrittfolgen. Der Roboter kann zu gegebener Zeit von externen Einflüssen gestartet werden, damit Benutzereingaben in den Anwendungen durch ihn gesteuert werden. Gleichzeitig verknüpft man über den Roboter verschiedenste Schnittstellen, die miteinander kommunizieren und Informationen austauschen können.

Automatisierung und Orchestrierung gehen Hand in Hand
Für den oben beschriebenen Use Case haben wir also optimale Voraussetzungen für eine Automatisierung. Der Kunde selbst setzt in anderen Gebieten Unified Functional Testing (kurz: UFT) von Micro Focus ein. Dieses Tool soll nun auch Grundlage für RPA sein, denn SAP wird in hohem Maße von UFT unterstützt. Somit habe ich begonnen, das bereits bekannte Wissen aus der Testautomatisierung zu nutzen, um die Bestellung und das Anhängen der Auftragsbestätigung in SAP mit UFT umzusetzen.

Wie verknüpfe ich jetzt aber die einzelnen Schritte zu einem Gesamtprozess? Hier kam in diesem Fall ein weiteres Micro Focus-Tool zum Einsatz. Operations Orchestration (OO) ist ein Orchestrierungswerkzeug zur Automatisierung von IT-Prozessen. Das Tool verwende ich täglich für verschiedenste Kundenprojekte.

Warum also nicht beide Werkzeuge zusammenführen, um einen Use Case umzusetzen? Genau dieses Vorhaben wird auch von Micro Focus selbst unterstützt. Ich konnte somit die „Testfälle“ im UFT über OO starten, nachdem neue Bestellbestätigungen direkt in OO über bestehende Funktionen ausgelesen und geprüft wurden. Auch der Versand der E-Mails kann ganz leicht über Bordmittel des Orchestrierers ausgelöst werden.

Zum Schluss bringt man diese Schritte zusammen. Mittels Parameter auf allen Ebenen können die verwendeten Schnittstellen miteinander „reden“ und der Automat führt den Use Case vollkommen automatisch aus.

Disziplinübergreifendes Denken und Tun
Besonders spannend war für mich, dass ich die zwei Bereiche quality und cloud miteinander verknüpfen konnte und daraus ein großes Ganzes wurde. Nach der Umsetzung des Use Cases kamen Kollegen aus beiden Bereichen interessiert auf mich zu, um mehr zu erfahren.

Seitdem hat sich auch bei Micro Focus viel getan, denn der Hersteller hat aus den zwei Tools „Unified Functional Testing“ und „Operations Orchestration“ das neue Tool Micro Focus Robotic Process Automation erschaffen. Damit können beide Welten noch einfacher vereint werden, um Geschäftsprozesse zu automatisieren und Platz zu schaffen für neue Tätigkeiten.

Micro Focus Robotic Process Automation wird in einem unserer nächsten Blogbeiträge näher beleuchtet.

Autor:in

Profilbild Andrea Schüttendiebel
Andrea kennt sich mit automatisierten, modular aufgebauten Workflows aus. Als Spezialistin für die IT-Automatisierung unterstützt sie Kunden beim Design und der Implementierung der Abläufe unter Nutzung modernster Cloud-Technologien.

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