20 Jahre profi.com

Die profi.com AG – Anfänge und Entwicklung

Vorstandsvorsitzender Heiko Worm gibt Einblicke in die Anfangsjahre des Unternehmens, seine Philosophie als Gründer und was ihm im Privatleben wichtig ist.

Was oder wer hat dich inspiriert, dein eigenes Business aufzubauen?

Heiko Worm: Auslöser war der Mauerfall im November 1989. Dabei entstanden sofort neue Märkte, die mich bereits zu Studienzeiten inspirierten. Professor Krug, ein ehemaliger Hochschulprofessor der TU Dresden, wollte zu der Zeit eine IT-Firma gründen und fragte mich ob ich mit „an Bord bin“. Dies war meine Chance!

Wie bist du im Jahr 2000 auf die Idee gekommen, die „profi.com AG“ zu gründen?

Heiko Worm: Im September 1999 startete ich zusammen mit meiner Frau Michaela die „Jump Consulting GbR“, die ebenfalls im IT-Bereich tätig war, sich aber ausschließlich auf Personaldienstleistungs-Projekte spezialisierte. Dieses Geschäft lief so gut an, dass wir im Herbst 2000 beschlossen, unsere Aktivitäten auf Berlin auszudehnen und dafür eigens mit drei Partnern eine Firma gründeten.

Warum wurde es gerade die Unternehmensform einer Aktiengesellschaft und genau dieser Name?

Heiko Worm: Es ging von Anfang an darum, Vertrauen bei unseren Kunden zu wecken. Dafür war es meiner Meinung nach wichtig, einerseits eine Unternehmensform zu wählen, die ein entsprechendes Eigenkapital aufweist und andererseits sehr flexible Gestaltungsmöglichkeiten zulässt.

Einer unserer Gründungsgesellschafter hatte ein Beratungsunternehmen in dem der Name „proficom“ vorkam. Der Name gefiel uns, da er genügend Wortspiele/Interpretationen zulässt - speziell mit dem Zusatz „business solutions“

Mit wie vielen Mitarbeitern bist du damals gestartet?

Heiko Worm: Ich bin, man mag es heute kaum glauben, mit nur einem einzigen Mitarbeiter an den Start gegangen.

Wer war dein erster Kunde der neuen Firma und mit welchem Projekt?

Heiko Worm: Der erste größere Kunde war die „WGZ Bank AG Westdeutsche Genossenschafts-Zentralbank“ in Düsseldorf, bei der wir die Entwicklung eines Raumkonzeptes mit Zugangskontrolle für das Headquarter realisieren konnten.

Hat sich das Platzen der sogenannten „Dotcom-Blase“ im Jahr 2000 auf den Start der profi.com ausgewirkt?

Heiko Worm: Nur insofern, dass wir das Geschäft von Berlin nach Dresden geholt und die „Jump Consulting GbR“ mit der profi.com AG verschmolzen haben.

Wie finanzierte sich die profi.com AG in den Anfangsjahren und welche Philosophie hat die Firma bezüglich Eigen- und Fremdfinanzierung?

Heiko Worm: Wir finanzieren uns stets aus Eigenmitteln. Deswegen fiel die Wahl auch auf die Aktiengesellschaft mit entsprechendem Eigenkapital. Die Fremdfinanzierung spielte und spielt nur eine untergeordnete Rolle, zum Beispiel beim Leasing (Fahrzeuge) oder als kurzfristige Überbrückung (Kontokorrentkredit). Zukünftig kann Fremdkapital aufgrund der aktuell niedrigen Zinsen als sinnvolle moderate Wachstumsfinanzierung unterstützen, nie aber als Risikobelastung.

Wie entwickelte sich die profi.com AG in den ersten zehn Jahren?

Heiko Worm: Von anfänglichen 300.000 Euro Jahresumsatz kletterte der Umsatz kontinuierlich auf 5,6 Millionen Euro in den ersten zehn Jahren. Dabei wandelte sich unser Geschäft von reinen Personaldienstleister für IT-Projekte hin zur technologischen Projektführung. Parallel entwickelte sich auch die Anzahl der Mitarbeiter und Freelancer analog zum Umsatz.

Wann und wie ist die profi.com zum Mercury / HP-Partner geworden und mit welchen Produkten habt ihr damals gearbeitet?

Heiko Worm: Getrieben von verschiedenen Kundennachfragen zum Thema „Softwaretest“ mussten wir uns stärker mit den Anbietern beschäftigen und Mercury Interactive war damals Marktführer mit den Produkten „Testdirektor“ und „Quicktest“. Die Partnerschaft begann 2003/2004.

Warum sind Technologie-Partnerschaften für die profi.com AG so wichtig?

Heiko Worm: Als kleines beziehungsweise mittelständiges Unternehmen, das kundenorientiert arbeitet, geht es nicht ohne Partnerschaften. Ohne erheblichen finanziellen Aufwand kann man nicht alle Anforderungen der Kunden abdecken. Aus diesem Grund ist es wichtig, geeignete Partnerschaften zu generieren.

Was zeichnet eine gute (kommerzielle) Partnerschaft deiner Meinung nach aus?

Heiko Worm: Wie in allen Partnerschaften sollte dabei eine Win-Win-Situation für alle Beteiligte entstehen.

Wo siehst du weitere Potentiale für gewinnbringende Partnerschaften?

Heiko Worm: In der gemeinsamen Bearbeitung und Erschließung von Kunden sind Partnerschaften außerordentlich wertvoll. Auch in Bezug auf neue Technologien oder Produkte, wie aktuell zum Beispiel unsere neue Partnerschaft mit Red Hat, profitieren beide Seiten. Wir bauen schnell Wissen auf und unser Partner weiß um die exzellente profi.com-Qualität bei der Dienstleistungserbringung, so dass daraus neue Projekte entstehen.

Inwieweit war die Finanzkrise 2007 bis 2010 eine Belastung für das Unternehmen / seine Kunden?

Heiko Worm: Es war natürlich eine Herausforderung für alle: Kunden hatten Budgets gekürzt und / oder eingefroren, zahlreiche IT-Projekte wurden verschoben. Andererseits gab es „plötzlich“ genügend Arbeitskräfte auf dem Markt, sodass wir Kunden bedienen konnten, welche die richtigen Spezialisten brauchten. Unterm Strich konnten wir in dieser Zeit sogar Umsatzsteigerungen verbuchen.

Was sind, deiner Meinung nach, die aktuellen Stärken des Unternehmens?

Heiko Worm: Wir haben uns mit unseren hervorragenden Mitarbeitern(innen) und Teams bei der Wahl unserer Geschäftsbereiche gut auf die Bedürfnisse des Marktes eingestellt. Eine weitere große Stärke ist unsere ständige Suche nach neuen Geschäftsfeldern und Partnerschaften.

Ist die Umsatzentwicklung der letzten Jahre – das Unternehmen erwirtschaftet fast 13 Millionen Euro mit zirka 70 Mitarbeitern – für dich positiv belegt?

Heiko Worm: Als Unternehmer ist man ja nie zufrieden und das ist auch gut so. Aber auch hier gilt: es treibt mich niemand.

Wo siehst du die profi.com AG in 20 Jahren?

Heiko Worm: Ganz klar als lokale Nummer eins. Auf Bundesebene sind wir ein bekannter Name, immer noch finanziell unabhängig und grundsolide.

 

Der Unternehmer – Zuhören und nach vorn schauen


Was war und ist dein geschäftliches „Erfolgsgeheimnis“?

Heiko Worm: Zuhören, zuhören und nochmal zuhören und dabei immer auf die Bedürfnisse der Kunden, des Marktes und natürlich der Mitarbeiter eingehen. Mit anderen Worten Bedarfsabdeckung, nicht Bedarf schaffen.

Was waren für dich Entscheidende, mutige, wichtige Weichenstellungen?

Heiko Worm: Bereits während des Studiums mit der Selbstständigkeit anzufangen, war eine große Weichenstellung. Wenn kein Geld reinkam konnte auch nichts entnommen werden, deshalb waren die ersten zwölf Monate völlig ohne jegliche Bezahlung. Das war motivierend genug, daran etwas zu ändern! Dabei habe ich „Klinken putzen“ gelernt.

Was ich definitiv auch gelernt habe, ist, dass man immer nach vorne schauen muss. Aufgeben ist keine Option. Außerdem muss man teilen können, man ist nicht überall der Experte und wer immer nur als einziger gewinnen will, steht bald allein da!

Welche Rolle spielten persönliche Kontakte und Netzwerke beim Aufbau des Unternehmens?

Heiko Worm: Eine sehr große Rolle. In den ersten Jahren bin ich bestimmt dutzende Male alle Kontakte im Kopf durchgegangen, um niemanden aus dem Bekanntenkreis zu vergessen, der zu uns passt. Einige unserer freiberuflichen und natürlich auch festangestellten Mitarbeiter sind heute noch fester und unverzichtbarer Bestandteil der profi.com AG.

Gab es schon Versuche, die Domain profi.com zu erwerben?

Heiko Worm: Als erstes habe ich die Marke „proficom“ erworben, das ist auch die Basis. Die Domain kam später hinzu und gestaltete sich anfangs allerdings schwierig. Wir haben dann den Versuch unternommen, die Internetadresse www.profi.com zu erwerben, aber das Special Interest Magazin für Landmaschinen aus England wollte unverschämt viel Geld dafür.

Was bedeutet für dich ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen?

Heiko Worm: In der Lage zu sein, unabhängig von Banken oder anderen Kapitalgebern, Entscheidungen treffen zu können. Natürlich auch, dass nachhaltig schwarze Zahlen geschrieben werden. Der Pro-Kopf-Umsatz der Mitarbeiter muss stimmen und ein im Verhältnis dazu vernünftiger Overhead.

Welcher Typ von Mitarbeiter passt am besten zur profi.com AG?

Heiko Worm: Hochmotivierte, selbstbewusste, freundliche und eigenständig denkende Menschen, die Lust haben mit unseren namhaften Kunden zu arbeiten und das in unseren super Teams. Kurzum, der- beziehungsweise diejenige, denen unser Motto „one family“ genauso wichtig ist.

Der Privatmensch – Alles geben und genießen


Was wirst du in 20 Jahren machen und woran orientiert sich dein persönlicher Lebensplan?

Heiko Worm: Ich hoffe das ich in 20 Jahren noch alles machen kann, was ich auch jetzt gerne tue. Die Arbeit beziehungsweise die Projekte sollten nicht mehr im Vordergrund stehen, sondern eher die schönen Dinge des Lebens mit meiner Frau zu genießen.

Welchen Anteil hat deine Frau Michaela an deinem Erfolg?

Heiko Worm: Wie heißt es so schön: Hinter einem starken Mann, steht immer eine starke Frau! Sie ist mein Fels in der Brandung, mein Rückhalt und häufig auch Ideengeber oder zumindest Diskussionspartner.

Was bringt dich aus der Fassung beziehungsweise verleiht dir Kraft?

Heiko Worm: Ich kann mit chaotischen Zuständen schlecht umgehen. Als Pilot habe ich gelernt, zuerst Ruhe zu bewahren. Das fällt mir im normalen Leben nicht immer leicht, aber bei Gefahr ist das meine Stärke.

Ich bin immer positiv gestimmt und bin mir sicher, dass man alles erreichen kann, wenn man es nur wirklich will und dafür alles gibt! Dies nimmt mir jegliche Angst und gibt mir gleichzeitig Kraft. Ich liebe neue Herausforderungen.

 

Und abschließend einige „Dies oder Das“:
 

Heavy Metal oder Pop? - Pop

Spaghetti oder Burger? - Spaghetti

Hemd oder T-Shirt? - T-Shirt

Fußball oder Football? - Fußball

Pickup Truck oder Flugzeug? - definitiv das Flugzeug

USA, Spanien oder Deutschland? - Haben alle drei ihre Vorteile

Autor

Björn FröbeMarketing Manager
Björn Fröbe

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